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StäV freut sich: Deutschland ist Weltmeister 14, Juli 2014 DEUTSCHLAND IST WELTMEISTER Liebe Gäste!  Die deutsche... Read more

News:

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Aktuelles rund um die Berliner StäV

14. Juli 2014

DEUTSCHLAND IST WELTMEISTER!

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Liebe Gäste!  

Die deutsche Nationalelf gewann gegen Argentinien nach Verlängerung 1:0 und ist WELTMEISTER!!! Wir gratulieren dem Team und danken unseren Gästen, die bei uns die WM mitverfolgt haben! Darauf ein, zwei, drei ... Kölsch

Juni/Juli 2014

WM - Public viewing in der StäV Berlin

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Liebe Gäste!  

Genießen Sie die Spiele der Fußball Weltmeisterschaft im Lokal sowie auf den Terrassen der Berliner StäV bei Kölsch mit garantiert toller Stimmung.

Halbfinale

Di, 8. JULI
22:00 Uhr  DEUTSCHLAND - BRASILIEN  Ergebnis:  7:1 !!!!

Mi, 9. Juli
22:00 Uhr  NIEDERLANDE - ARGENTINIEN Ergebnis: 2:4 n.E.

Spiel Platz 3

Sa 12. Juli
22:00 Uhr  BRASILIEN - NIEDERLANDE 0:3

Finale

So, 13. Juli
21:00 Uhr  DEUTSCHLAND - ARGENTINIEN 1:0

9. Juli 2014

StäV Gast Kardinal Woelki tauscht Heimat gegen Heimat

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Harald Grunert. Kardinal Woelki und Friedel Drautzburg bei der 15-Jahr-Feier der StäV Berlin

Zuerst machte der „alte“ Papst Benedikt den StäV-Stammgast Erzbischof Rainer Maria Woelki zum Kardinal – nun muss er sich schon wieder von Berlin verabschieden.
Wat wells de maache? – er wird nun Erzbischof von Köln. So kehrt er also zurück in seine Heimat, auch wenn er diese an einem ganz bestimmten Ort stets auch in Berlin fand: in der Ständigen Vertretung.
Immer für ein gutes, frisches Wort als auch Kölsch war er zu haben. Wat fott es, es fott, doch jammern wir seinem Abschied nicht hinterher, denn er wird sicher weiterhin in die StäV kommen.
Nun verabschiedet er sich also und unsere Bundeshauptstadt verliert einen weltgewandten Kardinal, der nun als Nachfolger von Kardinal Meisner sicher frischen Wind und viele positive Erfahrungen aus Berlin ins katholische Rheinland bringen wird.
Maach et joot, ävver nit zo off.

04. Juli 2014

80 Jahre alter Toilettenmann

"Einen besseren Job gibt es doch gar nicht"

Von Verena Töpper

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Angela Merkel, Gerhard Schröder, Guido Westerwelle - Ernst Vogel hat sie alle schon begrüßt. Der 80-Jährige arbeitet seit zehn Jahren als Klomann in der Berliner Kneipe "Ständige Vertretung". Zu Hause war es ihm zu langweilig.

Bevor Ernst Vogel mit der Arbeit beginnt, gibt er sich erst mal Trinkgeld. Zehn 50-Cent-Stücke und einen Euro, damit der Teller nicht so leer aussieht. Sein erster Gast an diesem Tag ist ein Mann Mitte vierzig. Zweimal geht er wortlos an Vogel vorbei und ignoriert sein Lächeln. Als er weg ist, liegen sieben Cent auf dem Teller. "Einen schönen Tag wünsche ich noch", ruft Vogel ihm hinterher. Es klingt nicht einmal verbittert.

Ernst Vogel ist 80 Jahre alt. Seit zehn Jahren sitzt er fast jeden Tag hier, auf seinem Klappstuhl in der Ecke, wartet auf Kunden und putzt weg, was sie dreckig machen. Er ist Klomann in der "Ständigen Vertretung", von Stammkunden Stäv genannt, einer Kölner Kneipe in Berlin, die sich selbst als "Polit-Kult-Lokal" bezeichnet. An den Wänden hängen Bilder von Politikern, die hier mal Bier getrunken haben. Gerhard Schröder ist dabei, Johannes Rau, Norbert Blüm und Guido Westerwelle, auch Angela Merkel ist auf einem Foto zu sehen. Vogel sagt, er kenne sie alle. "In zehn Jahren war ich keinen einzigen Tag krank."

Es wäre leicht, ihn zu bemitleiden, wie er da kauert auf seinem Stühlchen vor den Toiletten, ein großer alter Mann mit schütterem weißen Haar, der mitten im Sommer einen Wollpullover trägt. Aber Vogel will kein Mitleid, im Gegenteil. Man müsse neidisch sein auf ihn, meint er: "Einen besseren Job gibt es doch gar nicht!"

Heutzutage seien alle immer im Stress. Niemand könne es sich leisten, während der Arbeit ein Schwätzchen zu halten. Er schon.

Als "WC-Inspektor", wie er sich selbst nennt, kriegt er ein kleines monatliches Festgehalt und darf das Trinkgeld behalten, an besonders guten Tagen kommt schon mal ein dreistelliger Betrag zusammen. In der Stäv wird für ihn gekocht, er kann gratis Zeitung lesen, und weil er nie zu Hause ist, habe er "die niedrigste Stromrechnung von ganz Mariendorf".

Das Geld sei ihm aber gar nicht so wichtig, von seiner Rente könne er gut leben, sagt Vogel: "Ich müsste das hier nicht machen." Es ist nicht die Armut, die er fürchtet, sondern die Einsamkeit: "So allein zu Hause und nix zu tun, das ist nix für mich."

"Guten Tag, gnäd'ge Frau, es ist für sie angerichtet"

In seinem Schrank im Keller der Kneipe hat Vogel Fotos gesammelt, auf denen er mit Stammgästen posiert, auch Postkarten an ihn sind dabei, auf die ist er besonders stolz. Sein größter Schatz aber sind die vielen Anekdoten.

Da ist die alte Dame mit dem Zeckenbiss, die er zum Arzt geschickt hat und die ihm danach um den Hals gefallen ist. Der junge Mann, dem er eine neue Wohnung vermittelt hat, und der Bundestagsabgeordnete, der sich nie die Hände wäscht. Das Pärchen, das in einer Kabine Sex haben wollte und dem er als Scherz einen Dreier angeboten hat. Könnte man einen Querschnitt der deutschen Gesellschaft nehmen und unters Mikroskop legen, man würde wahrscheinlich den Toilettenflur von Ernst Vogel sehen.

"Guten Tag, gnäd'ge Frau, es ist für sie angerichtet", ruft er jetzt und weist mit ausgestrecktem Arm auf die Tür zur Damentoilette. Die Frau lacht, der alte Mann auch. Wenn er einen Gast sympathisch findet, schenkt er ihm oder ihr einen kleinen Marienkäfer als Glücksbringer. Früher hat er am Muttertag auch Rosen verschenkt, 100 Stück hat er immer gekauft, aber beim letzten Mal waren einige Frauen beleidigt, sie seien doch gar keine Mütter, sie wollten seine Rosen nicht. "Das war mir zu blöd", sagt Vogel. "Da hab ich die an die Belegschaft verschenkt."

Seine eigene Mutter ist bei seiner Geburt gestorben, Vogel wuchs in einem Berliner Waisenhaus auf. Im KaDeWe machte er eine Ausbildung zum Lebensmittelkaufmann. "Da haben wir Konservendosen geschleppt und Zucker abgewogen, das kann sich heute gar keiner mehr vorstellen", sagt er. "Heute jammern sie ja alle immer gleich."

50 Euro Vorauszahlung fürs ganze Jahr

Er hat in seinem Leben viele Jobs gemacht, er war Handelsvertreter für Hundefutter in Bayern und für vegetarische Brotaufstriche in Nordrhein-Westfalen, er war Testkäufer in Apotheken, hat eine eigene Pension gehabt und Lavendel in Frankreich gezüchtet. Mit 65 Jahren ging er in Rente. Aber zu Hause, damals wohnte er in der Nähe von Köln, hielt er es nicht lange aus. In der Zeitung las er, dass im Kölner Brauhaus "Früh" ein Klomann gesucht wurde. So kam er zu seinem Job. Eine richtige Schulung habe er damals bekommen, sagt er: "Die haben als Test sogar Kupferstücke unter der Klobrille versteckt."

Drei Jahre arbeitete er im "Früh", dann stand der Wirt der "Ständigen Vertretung" vor ihm. Von dessen Kneipe in Berlin hatte Vogel schon gehört, dort wohnten mittlerweile Tochter und Enkel. Also schaute er beim nächsten Besuch vorbei - und blieb.

Mindestens eine Abendschicht pro Woche will er machen, "damit mich die Stammgäste noch sehen", sonst arbeitet er jetzt lieber tagsüber. Da kommen viele Touristen zu ihm, auch viele, die gar nicht hier essen, sondern nur aufs Klo wollen. Zu denen sei er immer besonders freundlich, sagt er: "Eine saubere Toilette ist das beste Marketing."

Er verlange bewusst keine Gebühr für die Toilettennutzung: "Wer gut erzogen ist, gibt freiwillig was." Von einem Stammkunden kriegt er immer 50 Euro im Januar - als Vorauszahlung fürs ganze Jahr. Aber die sieben Cent, die er von dem mürrischen Mann bekommen hat, die seien auch okay: "Kleinvieh macht auch Mist."

URL: http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/rentner-mit-job-der-klomann-der-staendigen-vertretung-in-berlin-a-978851.html


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