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Der Schiffbauerdamm

                       


Den Schiffbauerdamm in Berlin-Mitte heben wir an dieser Stelle gesondert hervor, denn hier liegt sozusagen das "Mutterschiff" der StäV-Flotte.

Ihren Namen hat diese berühmte Straße gegenüber dem Bahnhof Friedrichstraße und entlang dem Spree‑Ufer aus der Zeit um 1717, als der Holländer KoepJohann hier eine Schiffswerft errichtete und Spreekähne baute.

Seine ungewöhnlich großzügige und christlich‑soziale Einstellung schlug sich in einer Stiftung nieder, die  nach ihm benannt ‑ alle in seinen umfangreichen Betrieben beschäftigten niederen Stände und deren Angehörige oder Nachkommen bMachte und unterhaltssichernd versorgte.

Durch überaus geschickte Testamentsabfassung ist es dem Stifter gelungen, sein Anliegen durch die Wirren der Zeit, deren schlimmste die Hitlerjahre und die Nachkriegszeit unter der SED waren, durchzusetzen: jeweils die Prediger der Sophiengemeinde hatten das Sagen im Stiftungsvorstand. Noch heute gilt ähnliches.

Der Kreis der Bedürftigen und deren Ansprüche sind kaum anders als vor annähernd 300 Jahren. Durch Bebauung mit Wohn‑ und Geschäftshäusern ließ die Stiftung die Erträge geschickt mehren, die bedürftigen Innenstadt‑Berlinem mit protestantisch‑christlichem Glauben zukommen sollen. Das geschieht durchaus heute noch. Besonders das um die Ecke liegende Hospiz "Albrechtshof" hat die K.‑J.‑Stiftung über Berlins Grenzen hinaus bekannt gemacht. Es hatte seit jeher einen hervorragenden Ruf in weiten Teilen des Landes, auch schon vor der Maneröffnung. Jetzt liegt es "regierungsnah" und wunderschön renoviert.


Erst nach dem Jahre 1800 wurde der Schiffbauerdamm ‑ wie die Uferstraße seitdem heißt ‑ an die Stadt Berlin angeschlossen. Sogar ein Varieté entstand ‑ nicht zuletzt der legendäre Max Reinhard verband seinen Namen damit. Dieses Haus wurde erst 1981 abgerissen, nachdem es 120 Jahre und zwei Weltkriege überdauert hatte! Allerdings zerstörte der 2. Weltkrieg den Schiffbauerdamm fast völlig. Grenzziehung und Mauerbau verwüsteten ihn weiter und verdrängten ihn beinahe aus dem historischen Bewußtsein, hätte nicht zu Zeiten der DDR‑Theaterhochkultur das berühmte "BE" (Berliner Ensemble) am Bertold‑Brecht‑Platz unter "BB", Helene Weigel oder später Heiner Müller den Schiffbauerdamm in den Feuilletons nicht nur der sozialistischen Kultur weltbekannt gemacht.

 

    

Der Schiffbauerdamm Nr. 8: Heute die StäV - zu DDR-Zeiten das "Wein ABC" - siehe unten

 

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Sie wünschen bitte?

Ein ostdeutscher Gastroführer von 1988 beschreibt das "Spezialitätenrestaurant Wein ABC" am Schiffbauerdamm, dem heutigen Sitz der StäV


 

Der Gastroführer "Sie wünschen bitte?" erschien in einem Ostdeutschen Verlag - vor dem Mauerfall. Das dort beschriebene "Wein ABC" war ein "Spezialitätenrestaurant" am Schiffbnauerdamm 8, wo heute die StäV beheimatet ist. Die Gasträume waren im "Stil dreier Epochen" gestaltet - aber lesen - und vorallem sehen - Sie selbst (Zum Vergrößern einfach die Bilder anklicken)