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   DIE STÄV / WIE ES ANFING
   THE STÄV / HOW IT ALL BEGAN

Die Geschichte der Bundesrepublik ist durch ein einmaliges Konzept auf besondere Art und Weise mit der Entstehungs-Geschichte der StäV verbunden. Hier erfahren Sie, wie alles zusammenhängt /The history of the Federal Republic is tied up with the unique concept of the StäV in a very special way. This is how things developed :


  Direkt zu den Beiträgen: 1945-49: Die deutsche Besatzungszone     1949: Der „Kalte Krieg"     1958: „Berlin-Krise“     1961: Der Mauerbau     EXKURS: DIE STÄNDIGE VERTRETUNG    1990: „Die Wende“, Mauerfall, Wiedervereinigung     1991-1997: Umzugsdebatte Bonn-Berlin und die erste StäV     Die StäV und der "Berliner Karneval"     Es entstehen überall StäV`s
  Directly to the articles: 1945-49: The German occupied zone     1949: The Cold War    1958: Berlin Crisis     1961: The Berlin Wall     Exkurses: The Permanent Mission    1991: The breaching of the Wall     1991: The Great public debate about moving the seat of government from Bonn to Berlin begins.     The StäV an the "Berlin Carnival"     StäVs spring up all over the place

1945-49: Die deutsche Besatzungszone
The German occupied zone


Nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs und der Zerschlagung des Nazi-Regimes galt zunächst von 1945 bis 1949 das Besatzungsrecht der Militärgouverneure, später der Hohen Kommissare des Alliierten Kontrollrats. Deutschland wurde durch die Besatzungsmächte in vier Sektoren unterteilt. Die Sektoren der Westalliierten (USA, Vereinigtes Königreich und Frankreich) bildeten den westlichen Teil, der Sektor der Sowjetunion den Ostteil. Berlin war der Hauptsitz der Besatzungsmächte und lag in der sogenannten „Ostzone“. Zunehmende politische Differenzen zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion führten zu einer wirtschaftlichen Blockade West-Berlins, die jedoch durch die „Luftbrücke“ (Juni 1948-Mai 1949) der Westalliierten überwunden werden konnte.

After the end of World war II and the destruction of the Nazi regime, Germany was ruled by military governors from 1945 to 1949 and later by the High Commissioners of the Allied Control Commission. Germany was split up into four sectors. The sectors of the Western Allies (USA, Great Britain and France)
constituted the Western sector, the Soviet sector made up the Eastern sector. Berlin was the headquarters of  the occupying powers and was situated in the so-called “Eastern Zone”. Increasing poltical differences between the Western Allies and the Soviet Union led to an economic blockade of West Berlin which was thwarted by the airlift of the Western Allies between June 1948 and May 1949.


1949: Der „Kalte Krieg"
The Cold War

Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Westen und der Deutschen Demokratischen Republik - DDR - im Osten  wurde das Land 1949 geteilt. Die Spannungen zwischen Ost und West führten zum „Kalten Krieg“ und erfassten auch Berlin besonders heftig. Der Regierungssitz der Bundesrepublik wurde (anfangs allerdings provisorisch) nach Bonn verlegt, während Ost-Berlin zur Hauptstadt der DDR ernannt wurde.

The founding of the Federal Republic of Germany in the West and of the German Democratic Republic (GDR) in the East meant that the country was  divided in 1949. The tensions between East and West led to the “Cold War”and had particular repercussions for Berlin. The seat of government of the Federal Republic was (at first provisionally) tranfered to Bonn whereas East Berlin became the capital of the GDR.


Willy Brandt vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Willy Brandt in front of the Brandenburger Tor in Berlin.

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1958: "Berlin-Krise" The Berlin Crisis

Der Ost-West-Konflikt gipfelte in der „Berlin-Krise“ 1958, als Sowjet-Präsident Chruschtschow dem Westen und damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer und seinem Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß vorwarf, die atomare Bewaffnung der Bundeswehr voranzutreiben und forderte, dass Berlin eine freie Stadt und die DDR als eigener Staat anerkannt werden müsse; sein Ziel war die Eingliederung Berlins in die DDR. Dies lehnte der damalige regierende Bürgermeister von Berlin (West), Willy Brandt entschieden ab. Chruschtschow setzte ein Ultimatum, drohte sogar mit einem Krieg, an dem sich alle Mitglieder des Warschauer Paktes beteiligen würden. Der – nach Eisenhower – neu gewählte US-Präsident John F. Kennedy konterte im Juli 1961 Chruschtschows erneut formuliertes „Berlin-Ultimatum“ mit der Forderung nach einem freien Zugang der Westmächte nach Berlin, des unantastbaren Rechts der Westmächte auf Anwesenheit in ihren jeweiligen Sektoren West-Berlins und der Wahrung der Sicherheit und Rechte der Bürger West-Berlins durch die westlichen Besatzungsmächte. 

The East-West conflict culminated in the Berlin crisis in 1958 when the Soviet Premier Khrushchev accused the West and the then German West German Chancellor Konrad Adenauer and his Minister of Defence Franz-Josef Strauß of seeking to equip West German armed forces with nuclear weapons. He demanded that Berlin be made a free city and that the GDR be recognized as a sovereign state. His aim was to annex Berlin into the GDR. West Berlins Mayor Willy Brandt rejected this plan outright. Khrushchev set an ultimatum, threatened war and the involvement of the entire Warsaw Pact. John F. Kennedy, Eisenhower’s successor as US President, countered in July 1961 Khrushchev’s new Berlin ultimatum with the demand for free access for the Western powers to Berlin,the inalienable right of the Western powers to be present in their respective zones in West Berlin and the guarantee of the rights and safety of West Berlin’s citizens by the Western occupying powers.


      

Links: Ein Bild, das um die Welt ging: Am Checkpoint Charlie in Berlin stehen sich amerikanische und sowjetische Panzer sozusagen auf Tuchfühlung gegenüber. Rechts: Eine Frau mit einem Kind auf dem Arm, die an der Bernauer Straße nach dem Mauerbau in den jetzt gesperrten Osten hinüberwinkt. Das Bild ging um die ganze Welt und hat den Mauerbau an der Bernauer Straße, wo sich später auch dramatische Todesfälle bei Fluchtversuchen ereigneten, berühmt gemacht.

On the left: A photo which went all round the world: American and Soviet tanks in a face-to-face confrontation at Checkpoint Charlie in Berlin. On the right: A woman with a child on her arm standing opposite to Bernauer Strasse after the Berlin Wall has been built and waving into the sealed off Eastern sector. This photo went round the world and made the Berlin Wall famous in Bernauer Straße, where people were killed in dramatic attempts to escape from East Berlin.


 

"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!" (Walter Ulbricht, Erster Vorsitzender Ostdeutschlands). Das Bild und die Geschichte sprechen für sich... “Nobody has the slightest intention of building a wall to divide Berlin” (East German leader Walter Ulbricht). The photo and history speak for themselves…


1961: Der Mauerbau  The Berlin Wall

Die Flucht-Bewegung der Menschen von Ost- nach West-Berlin nahm unterdessen immer mehr zu. Um dies zu verhindern, wurde am 13. August 1961 die „Berliner Mauer“ durch die DDR erbaut. Die beiden Teile von Berlin waren nun komplett voneinander getrennt und nur an bestimmten Kontrollpunkten, wie dem „Checkpoint Charlie“, gab es noch Übergänge – allerdings nicht für die Bürger der DDR.

The numbers of refugees fleeing from East to West Berlin was increasing dramatically. To put an end to it, the East Germans built the Berlin Wall on 13 August 1961. Both parts of Berlin were now divided from each other. Only at certain checkpoints, such as Checkpoint Charlie, were West Berliners allowed to cross into East Berlin.


Exkurs: DIE STÄNDIGE VERTRETUNG
Exkursus: THE PERMANENT MISSION (in german: Ständige Vertretung)

Als Ständige Vertretung (StäV) bezeichnet man Institutionen, die die Funktionen einer Botschaft erfüllen, wenn die Einrichtung einer „echten“ Botschaft nicht möglich ist. Dies ist dann der Fall, wenn die Ständige Vertretung sich in einem Land befindet, das von dem Staat, der die Ständige Vertretung unterhält, nicht offiziell anerkannt wird, oder ihre Botschaftsfunktion nicht in einem souveränen Staat, sondern in einer internationalen Organisation (UNO, EU) ausübt.

Institutions which perform the duties of an embassy at times when the establishment of a “real” embassy is not possible are called permanent missions - in german: Ständige Vertretung (StäV). This also applies when the permanent mission is located in a country which is not officially recognized  by the country which has set up the permanent mission or functions as an embassy not in a sovereign state but rather in an international organization (UNO, EU).

Die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR eröffneten am 2. Mai 1974 in Bonn bzw. Ost-Berlin Ständige Vertretungen, da die Bundesrepublik Deutschland die DDR völkerrechtlich nicht als Ausland anerkannte. Basis dieser Einrichtungen war der Grundlagenvertrag von 1972. Die Vertretungen hatten bis zur Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 Bestand.

On May 2 1974 the governments of the Federal Republic of Germany and of the GDR opened permanent missions in Bonn and East Berlin since the Federal Republic did nor recognize the GDR as a foreign country according to international law. The foundations for these institutions were established by the Basic Treaty in 1972. The permanent missions existed until German unification on 3 October 1990.

Die Ständige Vertretung der Bundesrepublik hatte ihren Sitz in der Hannoverschen Straße im Bezirk Mitte. Ihre Mitarbeiter besaßen Diplomatenstatus und hatten ihren Melde-Wohnsitz in der Leipziger Straße in Ost-Berlin. Sie konnten jederzeit über die innerstädtischen Sektorengrenzen nach West-Berlin ausreisen, wo sie in der Regel tatsächlich wohnten. Kinder von StäV-Mitarbeitern gingen in West-Berlin zur Schule.

The permanent mission of the Federal Republic was located in the Hannoversche Straße in East Berlin. Its officials had diplomatic status and were registered in the residential registration office in the Leipziger Straße in East Berlin. They could cross into West Berlin, where they mostly resided, via the East Berlin checkpoints whenever they wished. The children of those who worked in the permanent mission went to school in West Berlin.

Die Ständige Vertretung spielte eine wichtige, wenngleich politisch eher unerwünschte Rolle, als das politische System der SED 1989 zunehmend erodierte. Im Verlaufe des Frühjahrs und Sommers hatten sich zeitweise mehr als 100 DDR-Bürger auf das Gelände der Vertretung geflüchtet und hofften von dort auf ihre Ausreise in den Westen. Auf Betreiben der Bundesregierung gab es mehrere Wellen, bei denen Vertretungsflüchtlinge in den Westen übersiedeln konnten, wobei dem Wunsch der DDR-Führung nach diskreter Abwicklung Rechnung getragen wurde.

The permanent mission played an important, if politically unwelcome role, when the polical system of the GDR began to disintegrate in 1989. During spring and summer of that year more than a hundred East German citizens had fled into the grounds of the permanent mission and hoped to exit the GDR from there. The West German government arranged for several groups of refugees to exit to the West, managing this delicate task as discretely as possible to avoid publicly embarrassing the East German authorities.


 

Links: Ein Polizist bewac ht die "Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der DDR" (so der offizielle Titel). Rechts: Am 2. Oktober 1990 schraubte der letzte Leiter der Ständigen Vertretung der BRD in der DDR, Franz Bertele, eigenhändig das Schild an seinem Dienstgebäude ab. Mit der Deutschen Wiedervereinigung beendet die Mission ihre Arbeit.

On the left: A policeman guarding the “Permanent Mission of the Federal Republic of Germany in the GDR” ( that was its official title). On the right: The last head of the permanent mission of the Federal Republic in the GDR, Franz Bertele, took down the nameplate outside his office on 2 October  1990. The mission ended its work with German reunification.


Links: Günter Gaus war der erste Leiter der "Ständigen Vertretung" (1974-1981) und besuchte als einer der ersten Gäste die StäV in Berlin. Rechts: Klaus Bölling, der zweite Ständige Vertreter. On the left: Günter Gaus was the first head of the Permanent Mission (1974-1981) and was one of the first visitors to the StäV in Berlin. On the right: Klaus Bölling, the second head of the Permanent Mission.


1990: „Die Wende“, Mauerfall, Wiedervereinigung
The breaching of the Wall

1989 kam es zur sogenannten „Wende“, die Mauer fiel und am 3. Oktober 1990 (Nationalfeiertag) kam es zur Wiedervereinigung des geteilten Deutschlands und die DDR trat dem Geltungsbereich des Grundgesetzes bei.

The collapse of Communism happened in 1989. The Wall was opened and Germany was reunited on 3 October 1990 (now a national holiday). The GDR acceded to the Basic Law of the Federal Republic.


Nach dem Mauerfall kamen die Trabis...   After the Wall was opened, the Trabis flooded through…


1991: Die Umzugsdebatte Bonn-Berlin beginnt
The great public debate about moving the seat of government
from Bonn to Berlin begins.

Und hier beginnt auch die Erfolgsgeschichte der Gastronomen Friedel Drautzburg und Harald Grunert. Beide waren sehr umtriebige und bekannte Bonner, die in ihren gastronomischen Betrieben viele Prominente aus Politik, Kultur und Gesellschaft zu ihren Gästen zählten.

This is where the success story of  the restaurateurs Friedel Drautzberg and Harald Grunert takes off. Both were well-known and highly respected in the Bonn scene. All kinds of VIPs from the world of politics, culture and entertainment regularly frequented their pubs.

Horst Ehmke, ehemaliger Bundesminister, schrieb hierzu:
„... während der »Bonner Bürgerbund«, bekannt unter dem Stichwort »Donnerstagsdemonstration«, in seiner Radikalität gelegentlich selbst in Bonn Ablehnung erfuhr und noch heute durch wilde Plakatierungen seine absolute Unversöhnlichkeit beweist. Der Stachel sitzt tief... Ein nie für möglich gehaltenes parteiübergreifendes Gemeinschaftsgefühl ergriff eine ganze Region. Die öffentliche Meinung nahm Notiz. Die Debatte wurde lebhafter und verschärfte sich von Tag zu Tag... Nach vierzig Jahren schimpfte man plötzlich über die »kleine Stadt am Rhein«, als sei ein kollektiver Gedächtnisschwund über weite Teile des Landes gekommen. Friedel Drautzburg war als Gründungsmitglied von »Ja zu Bonn« und später Sprecher der Initiative vom ersten Tag an dabei. Wie kaum einem anderen gelang es ihm, das Anliegen der Bonner zu transportieren. Plötzlich wurde der Alt-68er in Bonn stadtbekannt. ...

Noch Ende 1997 schrieb der »Spiegel«: „Kein Wunder, dass der wortmächtige Alt-Linke mit seinen Aktivitäten rasch den tonangebenden rheinischen Klüngel begeisterte. Bis dahin hatte das alteingesessene Bonner Establishment den aus der Eifel Zugereisten eher links liegengelassen. Auf den Bonner Barrikaden mutierte der Bürgerschreck zum Liebling der Bürger und zum gefeierten Helden der Lokalmedien. Der Gastronom, der zu seinen Stammgästen Politiker, Künstler und Journalisten zählt, organisierte Protestversammlungen, sammelte Geld und Unterschriften, schaltete Zeitungsannoncen, trat in Talk-Shows auf. ... Drautzburg gehört zu denen, die Entscheidungen akzeptieren, aber nicht aufgeben. Mit der »Ständigen Vertretung« hat er zusammen mit seinem Freund und Partner Harald Grunert eine Botschaft Bonns in Berlin aufgebaut. Hier wird nicht nur eine Region präsentiert.“

Horst Ehmke commented:
“… whilst the ‘ Bonn Citizens League ’, known by its slogan of ‘Thursday’s Demonstration’, was occasionally dimissed even in Bonn for its radicalism and to this very day demonstrates its irreconcilability by staging wild billboarding actions. The thorn is deep in the side. An unprecedented sense of togetherness welded together an entire region. Public opinion began to take notice. The debate became more lively and hotted up more and more. After 40 years of history, people started all of a sudden to wipe the floor with ‘ the small town on the Rhine’ as if collective amnesia had suddenly afflicted most of this country. Friedel Drautzberg as a founding member of ‘Yes to Bonn’ and later the spokesman of the initiative was involved right from day one. His ability to get Bonn’s message across was phenomenal. Suddenly, the former 1968 activist was known all over Bonn. DER SPIEGEL continued late 1997: “It’s not surprising that the highly articulate former leftwing activist quickly gained the support of the Rhenish establishment. Until then the Bonn establishment had ignored the newcomer from the Eifel region. The anti-establishment figure on the Bonn barricades won the hearts of ordinary people and became a celebrated figure in the local media.
The restaurateur whose pubs are regularly frequented by politicians, artists and journalists, organised protest rallies, collected money and signatures,paid for newspaper adverisements, appeared it talk shows. Drautzberg is a man who accepts decisions but never gives up. With the Stäv he and his friend and partner Harald Grunert habve built up an embassy for Bonn in Berlin. Not merely a region is presented here.”


So gründeten beide in Berlin in der Nähe des Regierungssitzes als auch strategisch inmitten der neu entstehenden Zentren der Medien ein Lokal mit dem Namen „Ständige Vertretung“ und brachten den Berlinern eine neue Gastrokultur und den vielen zugezogenen Rheinländern etwas Heimat in die Fremde: Kölsch, Himmel un Äd, rheinischen Sauerbraten und die legendären Flammkuchen. Viele Politiker bedankten sich bei den Gastronomen und hielten ihnen von Anfang an die Treue. Ob Bundespräsident oder Bundeskanzler, Minister oder Abgeordneter – alle waren sie bereits in der StäV und für viele ist das Lokal der Politiker und Journalisten Treffpunkt Nummer 1 in Berlin.

So both set up a pub called the “Ständige Vertretung” (StäV), the “ Permanent Mission”, close to the seat of government as well as in the centre of the rapidly expanding media scene. They introduced the Berliners to new cuisine as well as providing a little bit of back home for the many Rhinelanders resident in that city. Many politicians expressed their gratitude to both restaurateurs and have remained regular customers right up to the present. Whether the Federal President or the Federal Chancellor, whether ministers or deputies of the German Parliament – they have all visited the StäV which in the meantime has developed into Berlin’s top meeting place for politicians and journalists.


DER SPIEGEL, 07/2006

Doch irgendwann kam ihm die Erkenntnis, dass ihm sein Revolutionsgeist viel Ruhm einbringt und wenig Reichtum. Es war der Moment, als der Geschäftssinn über das Heimatbewusstsein triumphierte. "Die Bonner Beamten mussten doch nicht auch noch bei Berliner Wirten Bier trinken", sagt Drautzburg. Im September 1997 war es so weit, er eröffnete seine neue Kneipe, die "Ständige Vertretung" in Berlin. Drautzburg bereut den Entschluss nicht. Er steht am Tresen seiner Kneipe, um ihn herum schwirren seine Kellner, das Kölsch saugt sich in die Bierdeckel der Gäste. "Das war ein richtiger Wurf", sagt er über seine Geschäftsidee.

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1997: Gründung des ersten Lokals "Ständige Vertretung" (StäV) in Berlin
The founding of the first StäV in Berlin


Die StäV und der "Berliner Karneval"
The StäV and the “Berlin Carnival”

Die Rheinländer sind auch für ihren Karneval weltberühmt, doch in Berlin gab es seit langem keinen mehr. So veranstaltete Harald Grunert mit der StäV den ersten Karnevalsumzug in der neuen Bundeshauptstadt und bewarb sich als Karnevalsprinz, was Harald der I. dann auch 2000 wurde. Zum 10-Jährigen Bestehen wurde Grunert von der Kölner Karnevalsgesellschaft  der Titel „Rittmeister“ für seine Verdienste um den Berliner Karneval verliehen. Apropos, auch in der StäV wurde Karneval gefeiert, doch schon lange nicht mehr im Lokal, sondern aus Platzgründen in ortsnahen Veranstaltungszentren. Anfangs erhielten die Wirte von einem Nachbarn initiiert eine einstweilige Verfügung wegen einer möglichen Lärmbelästigung – kurzerhand wurden Headsets organisiert und die Musik kam aus den Kopfhörern in die Ohren der Gäste. Ungewöhnlich, aber sehr medienwirksam: Fernsehteams aus ganz Europa berichteten.
The Rhinelanders are famous for their carnival all over the world. However, there hadn’t been a carnival in Berlin for a long time. So Harald Grunert organized with the StäV the first carnival procession in the new German capital and stood for carnival prince. He was elected Harald I in 2000. On the occasion of the 10th anniversary of the Berlin carnival Grunert received the title of “captain” from the Cologne Carnival Association for his services rendered to the Berlin carnival. Incidentally, Carnival was celebrated in the StäV too. Not in the pub itself, but in local venues. In the beginnning the pub managers were served an injunction from a neighbour because of the noise feared. So at short notice headsets were procured and the music came out of the headphones into the guests’ ears. Unusually but highly spectacularly: TV teams from all over Europe
reported on the event.


Überhaupt haben die Medien immer eine große Rolle gespielt: Drautzburg machte einst mit Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass Wahlkampf für Willy Brandt – noch heute sind beide Freunde. Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder gehörte früh zu seinen Weggefährten – noch aus Bonner Tagen. Doch sind es nicht nur die Sozis, die in die StäV kommen, sondern Vertreter aller politischen Richtungen – und das freut die Gastronomen natürlich. Unsere Homepage erzählt viel davon...

The media have always played a highly important role here. Drautzberg had previously gone on an election tour for Willy Brandt with the later Nobel Prize Winner Günter Grass. Both have remained close friends to this day. Chancellor Gerhard Schröder also was close to him – from earlier times in Bonn. But not just Social Democrats frequent the StäV – politicians of all political parties are regulars. Something that naturally delights the restaurateurs. You can read more about all this on our homepage.


Es entstehen überall StäVs
StäVs spring up all over the place

Im  Laufe der Jahre gab es viele Nachahmer, doch keine Kopie reichte an das Original heran. Drautzburg/Grunert sind nun einmal selber bekannte Persönlichkeiten geworden. Es wurde von ihnen das Gastro-Konzept „Ständige Vertretung“ (StäV) als Lizenz für „Zweigstellen der politischen Gastronomie“ aufgebaut. Zwischenzeitlich wurde in den Landeshauptstädten Hamburg und Hannover wie auch in Bremen eine StäV gegründet. Auch Leipzig bekam eine (musste aus persönlichen Gründen des Betreibers im Frühjahr 2009 leider geschlossen werden - nun wird ein neuer Betreiber gesucht) . Nach über zehn Jahren StäV in Berlin kehrte das Konzept Ende 2008 ins Rheinland zurück – nach Köln. Doch dies wird nur der Anfang weiterer StäVs sein: Stuttgart steht an; in München, Frankfurt und anderen Großstädten, werden geeignete Lokalitäten und Betreiber gesucht.

Over the years there have been many attempts to copy the Stäv. None of them has surpassed the original. Drautzberg and Grunert themselves have become  well-known figures. They developed the idea of the StäV pub-cum-restaurant as a licence for “branches of political catering”. In the meantime StäV branches have been established in the state capitals of Hamburg, Hanover and Bremen. Leipzig, too, has one. And the idea has returned to the Rhineland - Cologne - after an exodus of ten years in Berlin. This is just the beginning of a whole series of new Stävs. Stuttgart will be next. And then it will be Munich’s and Frankfurt’s turn with other big cities to follow when suitable locations and pub managers have been found.