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Die Schumann-Klause in Bonn

Schumann-Klause

Die Schumann-Klause in Bonn

Erfahren Sie bald mehr über die legendäre Kneipe des Friedel Drautzburg in Bonn

 


 

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Friedel Drautzburg - Vierter von rechts! - hinter der Theke seiner ersten Kneipe: der Schumann-Klause in Bonn.

 


 

Um etwas mehr über die Schumann-Klause zu erfahren, stellen wir hier vorerst zwei Zeitungsartikel voran:

 
"Handfeste Politik bei Sülze und Solei" aus dem Bonner General Anzeiger Mai 2009 und einen zum "Revival der Ergrauten" von 2005:

 

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Wo Ulrich Wickert auf dem Tresen die Hosen herunterließ
und Friedrich Merz "einen kleinen Bürgerkrieg anzetteln wollte"

 

von Burkhard Muschner (Presseamt der Stadt Bonn/Überregionaler Informationsdienst / 27. Oktober 2005)

 

Samstag, 29. Oktober 2005: In Bonn wird eine Kneipenlegende lebendig.

Vor 35 Jahren erhielt der Bonn/Berliner Polit- und Prominentenwirt Friedel Drautzburg vom städtischen Ordnungsamt die Schankerlaubnis für die Schumann-Klause. SMK war von 1970 bis 1984 gastronomische Hauskapelle der Linken, Studenten, Jungpolitiker oder der braven Bürgertöchter oder -söhne, die sich den leicht verruchten Hauch von Revolution um die Nase wehen lassen wollten.

Für den 29. Oktober hat "Friedel Gastro" seine Schumannianer in den Poppelsdorfer Hoppegarten eingeladen, zum "Revival der Ergrauten", die einem, so schreibt Helmut Löhlöffel, Autor von "Das Buchs zur Kneipe", heute noch in der "Laterne" im "Südbahnhof" an der Ermekeilstraße oder ab und an in Berlin rund um die "Ständige Vertretung" am Bahnhof Friedrichstraße über den Weg laufen.

Bonns Schumann-Klause an der Ecke Schumann-/Weberstraße, war in den "wilden" 70er Jahren der Treffpunkt vieler, die die Welt verbessern wollten. Helmut Löhlöffel, Bonn-Berliner Polit-Journalist (Kölner Stadt-Anzeiger, Frankfurter Rundschau, Süddeutsche Zeitung), heute Pressesprecher der Berliner Justizsenators, beschreibt die bewegten Zeiten der legendären Linken-Pinte in der Nachbarschaft des früheren Bundesarbeitsministers Norbert Blüm. Hier tanzte, erinnern sich Löhlöffel und Friedel Drautzburg Deutschlands beliebtester Nachrichtenmann, Ulrich Wickert, auf dem Tresen und ließ dabei die Hosen herunter. Benny Quick gab seinen Hit "Motorbiene" zum besten, die Mittelrheinische Flippermeisterschaft entstand und im Hinterzimmer wurden Demonstrationen geplant. Und vor der Tür kochte der politische Gegner. So gestand Friedrich Merz bereits 2001 der "Jungle World" in einem Interview: "Wir sind abends immer an der Schumann-Klause mit erhobener Faust vorbeigezogen und haben schon überlegt, dass wir da mal reinmarschieren und einen kleinen Bürgerkrieg mit denen anzetteln." Der Bürgerkrieg fiel aus - wohl auch, weil die erhobene Faust das falsche Symbol für Konservative war - und Merz machte als Schumannianer von außen ebenso Karriere, wie Engholm, Scharping und Wickert, um nur wenige bekennende Schumannianer von innen zu nennen.

"Freiheit für Grönland"

Die quadratischen Kacheln der SMK-Toiletten wurden, wie Löhlöffels Buch zu entnehmen ist, zum Poesiealbum seiner Zeit, eine Sprüche-Sammlung der besonderen Art, für zarte Gemüter gelegentlich auch eine Zumutung. "Schwerter zu Zapfhähnen - Trinken für den Frieden", "Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin", "Freiheit für Grönland" oder "Nieder mit dem Packeis" waren die der harmlosen Sorte. Im Hinterzimmer, so erinnert sich Heinz Dietl im Boulevard des General-Anzeigers, hing Klaus Staecks hintersinniger Plakat-Spruch: "Arbeiter! Die SPD will euch eure Villen im Tessin wegnehmen." Damals ahnte noch niemand, welche Anziehungskräfte solche nicht gerade als Armenviertel verschrieenen "Wohnzimmer" später auf die bürgerlich gewendete Alt-Linke hatten. Und auch in der Kneipe selbst gab es gelegentlich Mangel an Solidarität mit der arbeitenden Bevölkerung - zumindest wenn der Hunger groß war. Im Gästebuch findet man den Eintrag eines gewissen Ralf vom 3. November 1971: "Die Privatgespräche der Bedienung haben zu Gunsten der Aufnahme von Bestellungen aufzuhören." Die wusste sich zu wehren: "Kellner Leo bewirft Gäste mit harten Gegenständen" war im Kölner Stadtanzeiger zu lesen. Auch die Klause selbst erlebte ihre inneren Krisen. So drohte im November 1971 sogar ein Preiskrieg um Mettbrötchen: "Angesichts der Tatsache, dass die Lebenshaltungskosten ständig steigen, sehen wir uns außerstande, den Preis von DM -,80 für ein einfaches, halbes Mettschnittchen, lediglich mit Zwiebeln garniert, zu zahlen. In der Hoffnung auf eine sozialere Regelung verbleiben mit sozialistischem Gruß", Unterschriftenliste. Nicht überliefert ist, wie der Preiskampf ums Mettbrötchen ausgegangen ist.

Im neuen SKM-Web steht wann die echte Revolution beginnt

Bereits heute erscheinen nostalgische Zeilen zahlreicher Ehemaligen auf der neuen Webseite Schumann-Klause-Bonn.de. Bonns Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann, eher selten Gast im SMK, erinnert sich: "Kaltes Kölsch und heiße Diskussionen - das waren die wichtigsten Angebote auf dem Speisezettel. Wer reinging hatte Durst und wolle die Welt verändern. Wer rauskam hatte nicht selten einen über denselben getrunken, seine eigenen Rezepte zur lokalen und globalen Reform mit denen anderer notfalls bis zur Heiserkeit gemessen und sich mit den angenehmen Gefühl auf den Heimweg gemacht, ein Stück vom großen Kuchen der 68er Weltreform mitgebacken zu haben." Die Bonner OB, deren Behörde vor 35 Jahren die Schankerlaubnis ausstellte, kommt zu dem Schluss: "In der Klause spielten wir Revolution auf Zeit, es hat uns gefallen und verändert, aber irgendwie sind wir trotzdem normal geblieben. Die Zeiten überdauert hat einzig der Anspruch: Das Kölsch muss wohltemperiert sein und sollte gut schmecken. Denn sonst beginnt die echte Revolution"

 


 

Weiteres rund um die Schumann-Klause folgt in Kürze!!! Wenn auch Sie Erinnerungen oder Erlebnisse haben, die etwas mit der Schumann-Klause in Bonn zu tun haben - senden Sie uns doch bitte eine Mail an

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Herzlichen Dank!

 


 

Und hier geht es zur Homepage der legendären "Schumann-Klause"