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STÄV PRÄSENTIERT: KABARETT IN DER DISTEL: MARGIE KINSKY 24. Oktober 2014 STÄV PRÄSENTIERT: KABARETT IN DER DISTEL: MARGIE... Read more

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Unsere StäV

Unsere StäV in Berlin

Unsere StäV in Berlin

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Ständige Vertretung Gastronomie GmbH

Schiffbauerdamm 8, 10 117 Berlin-Mitte

Tel.: +49 (0)30 / 282 39 65

Fax +49 (0)30 / 285 98 735

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DER VORRAUM

DER VORRAUM

Im Vorraum zu Telefon, Zigaretten und WC ist ein Transparent der traditionsreichen Kaffeerösterei der Sel. Wwe Zunft, die ihren Sitz kurioserweise in Bonn und Berlin hatte. Eine Schauvitrine mit Verkaufsartikeln der Gaffel Brauerei in Köln befindet sich in diesem Vorraum.

Innerhalb der Toiletten (siehe auch Mr. Bird) , deren Türen auf die Zeitungsstadt Berlin hinweisen, hängen Dokumente aus Zeitungen Bonns und Berlins zum Umzugsbeschluss und den heftigen Auseinandersetzungen aus dem Jahre 1991. Der Wortlaut ist längst nicht jedem bekannt; das Bundesgesetzblatt gibt die Aufklärung: ein Großteil der politischen Institutionen soll jedenfalls in Bonn bleiben.

Die Optik der "StäV" ist niemals fertig, sondern in laufender Anpassung ständiger Veränderung unterworfen. Wenn heute junge Leute den Altbundeskanzler Ludwig Ehrhard für Winston Churchill halten oder Journalisten Günter Grass mit Saddam Hussein optisch verwechseln, halten wir es für wichtig, die Geschichte, weshalb auf einmal das rheinische Bonn in Berlin einfiel, an unseren Ausstellungsstücken festzumachen.

DIE KANZLER-ECKE

DIE KANZLER-ECKE

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Kanzlerporträts von Konrad. R. Müller

Die drei Kanzlerporträts sind von Konrad. R. Müller, der als bedeutender europäischer Porträtist anerkannt ist (Bildbände über die Kanzler, Sadad, Kreisky, Mitterand, Willy Brandt). Seine Photos werden auch im neuen Reichstag installiert. In dieser Ecke sind Zeugnisse aus der ganz frühen Zeit der Bonner Rebublik, wie Altbundespräsident Heuss bei der Einfahrt in den Bonner Bahnhof am ersten Kabinett Adenauers vorbei. Die Notstandgesetzgebung am Bücherkarren auf dem Bonner Hofgarten, neben vielen Figuren der Adenauerära, der völlig unbekannte Willy Brandt als Freizeit‑Lautenspieler und ‑Waldläufer in Camp David, neben seinem damaligen Kanzleramtsminister Horst Ehmke (wie so oft selbstverliebt).

Das klassische Adenauer Porträt mit Zylinder als rheinisches Schlitzohr rundet die Ecke mit lächelndem Außenminister Genscher und singendem Altbundespräsidenten Scheel ab; in Phototechnik verliebten Bundespräsidenten Lübke, spaßigem Exbundeskanzler Erhard, Ministerpräsident Wolfgang Clement aus NRW, bärbeißig und lachend, oder die Kabarettisten Hildebrand und Hüsch mit Starschreiber Jürgen Leinemann vom SPIEGEL. Diese Ecke ist heute schon dadurch historisch, daß der Ex‑"Umzugsminister" Töpfer an dieser Stelle am Tage seines Abschieds aus Berlin, dem WDR ein Live Interview aus der Ständigen Vertretung gab. Auch das Trio Gorbatschow, Ehmke, Lafontaine grient von oben herab.

Über dem Tisch hängt eine Originallampe den 20er Jahren aus Hotel Petersberg, Gästehaus der Bundesregierung. Unter der Lampe hat schon Königin Elisabeth mit Heuss europäische Politik konferiert.

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Bundespräsident Heuss bei der Einfahrt in den Bonner Hauptbahnhof (1949)

DIE HINTERE NISCHE

DIE HINTERE NISCHE

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DIE HINTERE NISCHE

In der nächsten Nische mit der zweiten Lampe aus dem Petersberghotel, hängen wiederum Zeugnisse aus den 50er und 60er Jahren u. a. die legendäre Kabinettsitzung im Palais Schaumburg aus der Zeit der großen Koalition, der historische Kniefall Willy Brandts in Warschau und Dokumente aus seiner Zeit als Regierender Bürgermeister Berlins.

Links die Sozialdemokratische Wählerinitiative mit der Gründungs‑ und Leitfigur Günter Grass, sein berühmtes Plakat mit dem Hahn (handsigniert), beim Zigarettenanzünden und beim Kochen seiner bekannten Linsensuppe oder auf Veranstaltungen mit Willy Brandt, Guillaume und Mitgliedern der Wählerinitiative u. a. Friedel Drautzburg, der zu den engeren Mitgliedern der Wählerinitive 69 und 73 gehörte.

Die bunte Arbeit ist eine Grafik von Otto Herbert Hajek, die die Wählerinitiative anläßlich der Verleihung des Friedensnobelpreises an Willy Brandt 1971 herausgegeben hat.

Photos von Adenauer und de Gaulle im Bad der Menge auf dem Bonner Marktplatz, ein Liebespaar unter dem Bundesadler im Bundeshaus, der Gedenkstein Berlins am Bertha v. Suttnerplatz in Bonn und kuriose Photos von politischen Figuren jener Zeit geben der Ecke ihr Kolorit.

Wie der Schiffbauerdamm vor ca. 70 Jahren an dieser Stelle aussah, zeigen Abbildungen vor der Kriegs­einwirkung, als der Turm noch stand und später das legendäre Wein ‑ ABC aus der Zeit der DDR‑ Gastronomie.


Die Bleiglasarbeiten in den früheren Fenstern des Wein ‑ ABC sind von der StäV ausgegraben und gerettet wor­den und stehen als Raumteiler im Lokal. Sie stellen die drei Wein produzierenden Länder des Ostblocks dar, nämlich Ungarn, Bulgarien und Rumänien.


Die Bogenlampen an den Wänden stammen vom Petersberg bei Bonn, dem jetzigen Gästehaus der Regierung.

A propos: Gästehaus der Regierung: sogar die Silber­platten, auf denen wir außer Haus mit unserem PARTY‑SERVICE beeindrucken, sind irgendwie "politisch": sie stammen aus der Honecker‑Regierung und sind entsprechend graviert.


Die Tischplatten im hinteren Bereich des Lokals sind ehemalige Arbeits­platten der Bonner Fahnenfabrik, in der über 50 Jahre alle Staatsfahnen genäht wurden. Außerdem sind zwei bemerkenswerte Kölschglas‑Editionen und zwar von 1987 mit der Abbildung der Ständigen Vertretung der DDR in Bonn und von der Bürgerinitiative „Ja zu Bonn“, im Kampf für den Verbleib der Regierung in Bonn hinter Glas zu sehen.


Das "Haus der Geschichte" in Bonn hat uns einen Ausschnitt des Parkettfußbodens aus dem ersten Deutschen Bundestags als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.


Die Türklinken sind von den Toilettentüren der Bonner Beethovenhalle, in der seit 50 Jahren der Bundesrat die Bundesversammlung tagte und die ersten Bundespressebälle stattfanden. Sie sind Geschenke von Bonner Freunden an die beiden Betreiber der Ständigen Vertretung des Rheinlands in Berlin.

DIE DREI SÄULEN

DIE DREI SÄULEN

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An den drei Säulen hängen jeweils bemerkenswerte Photodokumente aus der Frühzeit der Bonner Politik u.a. auch eine wertvolle Porträtfederzeichnung von Tony Munzlinger, Adenauers Außenminister Gerhard Schröder darstellend, überhaupt sind mehrere berühmt gewordene Original‑Karikaturen aus der Welt der Politik in der StäV (u. a. von Schwalme und Hanel); Adenauer mit Indianerschmuck, Helmut Schmidt im Anden‑Poncho, Heuss mit Bauarbeitern vor dem Reichstag 1949, Altpräsident Heinemann in der typischen Arbeiterhaltung, ein kleiner Knirps zwischen Adenauer und Heuss, Helmut Schmidt hängt am Schnupftabak und geht anschließend auf Stelzen, danach tränen ihm die Augen. Die frühen Grünen Joseph Beuys und Udo Lindenberg (wie immer mit Hut).

Auffälligster, optischer Mittelpunkt des Lokals sind die großfonnatigen Arbeiten von Joseph Beuys und Klaus Staeck (Das Poster ist hier zu erwerben!). Unter dem rechten Auge ist die Handsignatur von Beuys. Das erste seines berühmten Plakates über die deutschen Universitäten hat Staeck der StäV gewidmet. Beide Arbeiten belegen so etwas wie die Philosophie der StäV: Beuys als der Rheinländer schlechthin und Staeck als politischer Kritiker der bundesrepublikanischen Wirklichkeit.
Neben Beuys zwei seiner künstlerischen Originalobjekte (Wirtschaftswert = Alltagskonsumgüter der DDR) mit einem Paket mit Roter Grütze aus Deutschland Ost.

Die Stirnwand

Die Stirnwand

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Diese Wand wurde von dem Künstler Wolf Leo für die "StäV" gestaltet
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Die Fahne ist als signiertes und nummeriertes Objekt (ver)käuflich.

Die Stirnwand als zentraler Blickpunkt des Lokals schildert Szenen aus dem anderen Teil Deutschlands, der DDR. Sie ist von dem Ostberliner Künstler Wolf Leo gestaltet worden. Die Darstellung des DDR‑Alltags wollten die Betreiber der StäV ganz bewusst jemandem überlassen, der dort seine Biographie gelebt hat. Dasselbe gilt für folgende Interpretation der Kunst Wolf Leos durch die Ostberlinerin Beate Lemcke:

" Eine meiner Vorwende-Erinnerungen, denen sich zwiespältige Gefühle zugesellen, siedelt im letzten Jahrfünft des Arbeiter‑und‑Bauern‑Staates. Als ich, Zeitungsredakteurin, mich am bloßen Scherz erfreuend, den Kalauer ‚Vom Käse lernen heißt stinken lernen’ als Überschrift für eine Kabarettkritik durchgehen lassen wollte, wurde ich zur Chefredakteurin zitiert.

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Die Kunsthistorikerin Beate Lemcke

Der Urtext, den ich da so zu beschmutzen drohte -‚Von der Sowjetunion lernen...’- war mir indes vor lauter Lachen noch gar nicht in den Sinn gekommen... Zugegebenermaßen erschien mir das heute so skurril wie belanglos, wäre da nicht immer noch dieses ungute Gefühl . . . .

Wie soll jemand, der nicht in diesem Staat aufwuchs und lebte nachvollziehen können, was solcher Episode innnewohnt ? Oder anderen Geschichten. Sie zu erzählen, scheint die beste Art, etwas zu erfahren und Neugier darauf zu wecken, das Leben im jeweils anderen Deutschland kennenzulernen.

Der Arbeit "privat - uniform" des Künstlers Wolf Leo (Jahrgang 1942) für die "Ständige Vertretung" liegt eine kommunikative Intention zu zugrunde. "Wenn man ins deutsch der deutsche Gespräch kommen will, dann am besten individuell, „ganz privat", ist seine Erfahrung. So entstand die Idee zur Installation in einem Fenster aus dem alten Bonner Wasserwerk. Für die Collage wählte Leo Bilder aus seinem Familien­album und Pressefotos aus, deren Schwarz-Weiß-Ansicht im wörtlichen wie im übertragenen Sinne besonders deutlich und bezeichnend für das Leben in der DDR ist. Leo kopierte sie auf selbstklebende Folie und fügte sie in das Fenstermosaik. Eine gelbe und eine rote Leuchtröhre dahinter schaffen Raum und bringen die Transparenz zur Geltung. "Denn es war ja bloß für die Leute von außen undurchsichtig. Uns kam es zwar eindimensional platt, aber durchschaubar daher."

Im Zentrum zwischen Hauptfenster und Oberlicht teilt das DDR-Staatsemblem sich ein Rund mit dem Symbol der Friedens‑ und oppositionellen Bewegung in der DDR. Leo setzt Motive gegeneinander, veranschaulicht die zwei Seiten einer Medaille. Es gab immer beides: Konformismus und Opposition, Enge und Lebensfreude, Angst und Auflehnung, die triste, graue, doktrinäre DDR und kulturelles wie soziales Engagement.

In den gestalteten Fensterfeldern leben Widersprüche auf und brechen das Schwarz-Weiß-Denken. Indem er Geschichte erzählt, bezieht Leo den Betrachter in seine Heimatkunde ein. Ganz privat fängt es unten rechts an mit Familienfotos, unterlegt von einem Schnittmusterbogen. Die Schablonen geben klare Anweisungen, zeichnen Linien vor, so wie der Staat und die gesellschaftlichen Verhältnisse prägen. Dem steht die individuelle Lebensplanung gegenüber. Freizeitspaß triumphiert beim Tanz oder im Freibad Pankow, mit Gaststättenkultur und in Museen. Die Serie der Kinobesuche im westlichen Berlin reißt abrupt ab, als der Mauerbau Zoopalast & Co unerreichbar werden läßt. Aus dem privaten Fundus zeigt Leo Babyfotos, Wehrpaß, geklebte Gewerkschaftsmarken. Das gesellschaftliche Großeganze dominiert das Leben mehr und mehr. Leo lenkt den Blick auf Anfänge des Uniformen. Mit musizierenden Jungpionieren vor einem Werner‑Seelenbinder-Bild, der Stalin-Allee als eine der ersten Uniformen - noch liebevoll nach Zuckerbäckerart garniert gefolgt vom eintönig genormten Plattenbau in Marzahn der Achtziger. Ein Fakkelzug wirft sein Licht auf die Verführbarkeit von Menschen, einem NVA-Foto ist Prag 1968 zugesellt. Der legendäre Kleine Trompeter, bekannt durch das anrührende Lied, wird gekontert vom DDR‑Grenzer mit seinem Wachhund. Links oben kräuselt sich der Spitzhart von der Ulbricht-Briefmarke, gegenüber äugt Amtsnachfolger Honecker.

Selbstredend kannte auch der DDR-Alltag ein unbeschwertes, selbstbewußtes Dasein, Dinge, mit denen man zufrieden sein, manches, auf das man sogar stolz sein konnte, anderes wurde vertraute Notwendigkeit. Nicht nur der Trabantfahrer mußte sich stets zu helfen wissen... Der Künstler Reinhard Zabka präsentiert seine Aktion: Mein Welt‑Bild im Karton. "Man konnte sich entzieh'n und privat sein, in einer Nische. Auch wenn die Stasi versuchte, privat nicht zuzulassen", sagt Leo. Privat sei in einer Diktatur eine Notwendigkeit.

In seinen Installationen erinnert der Künstler mit einem Bonbon, aufgebahrt in einem Schrein, an das deutschdeutsche Ereignis der legendären ZückerliÜbergabe von Güstrow, tischt die Mär auf von den bewahrten 89 Zentimetern des heißen Drahtes, verstört mit Transparenten und präsentiert Fundstücke vom sowjetischen Munitionsdepot in Karlshorst mit ihrer fatalen Ästhetik. Im Angesicht des Scheiterns von Wettbewerben zu großen Denkmalsentwürfen für Berlin an der Unmöglichkeit, die vielschichtigen politischen Themen künstlerisch zu fassen, sind diese persönlichen, diskussionanregenden Arbeiten von Wolf Leo ein erfrischender Ertrag." (Beate Lemcke)

Die Spree- (Rhein-) seite

Die Spree- (Rhein-) seite

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Ein Stück Geschichte der Bundesrepublik mit dem Regierungssitz Bonn zeigt das große Foto (oben): Der sowjetische Präsident Gorbatschow auf der Bonner Rathaustreppe mit Oberbürgermeister Daniels und Oberstadtdirektor Dieckmann, das um die Welt ging, weil ein kleiner Junge sich durch die Sicherheitsperren gemogelt hatte, um dem Präsidenten einen Blumenstrauß zu schenken.

Neben anderen Erinnerungen an die Bonner Ära hängt ein wertvoller französischer Siebdruck aus der Zeit der Jahrhundertwende, der als politische Karikatur das deutsch-französische Verhältnis zur Getränkewerbung benutzt und Kaiser Wilhelm "auf die Schippe nimmt". Dieses Werk hat die StäV von TV‑Mann Ulrich Wickert erworben.

In der Fensternische sehen wir Prof, Ehmke als fidelen Feuerwehrmann und die Bonner OB Bärbel Diekmann, mit Rudolf Scharping und Jan Ullrich und ein anderes Mal mit Nelson Mandela.

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Limitiertes und signiertes Objekt "Rudi und Gretchen" von Wolf Vostell
Auf der 3. mittleren Säule zwischen den Fenstern zur Spree hängen zwei wichtige Arbeiten des Fluxus‑ und Happeningkünstlers Wolf Vostell, gestorben März 1998 in Berlin: ein limitiertes und signiertes Objekt "Rudi und Gretchen" mit dem Rote‑Grütze‑Tütchen, (diesmal Rote Grütze "West" vis‑á‑vis der Roten Grütze "Ost")
das nach dem Attentat auf Rudi Dutschke entstanden ist, darüber" Die Ferse", eine Arbeit über Schüsse an der Mauer, die ziemlich unbekannt und vergriffen ist. Darunter Rudi Dutschke in typischer Aktionshaltung, bewundert von Ralf Darendorf.